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Joanna Knapp

Musikpädagogin, Musikerin und Kulturmanagerin

 
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Elementares Musizieren

mit Joa

Was ist elementares Musizieren?     

 

Elementar musizieren kann jeder Mensch, unabhängig von Kenntnissen, Alter oder (musikalischer) Vorbildung. Der Begriff elementar bezieht sich auf etwas Grundlegendes, der Unterricht ist ganzheitlich. Das heißt, er nimmt den „ganzen Menschen“ in den Blick, indem er sinnliches und emotionales Erleben ermöglicht. Es wird nicht nach Noten musiziert. EM erleichtert erheblich den Einstieg ein Instrument zu lernen, versteht sich aber auch als eigenständige Musizierlernform.

 

Bei meinem Unterricht im elementaren Musizieren lernen die Kinder die Rhythmen, die Klangfarben, das Singen von Melodien und Liedern und vieles mehr. Dieses ganzheitliche Musizieren trägt enorm zur vielfältigen Entwicklung der Kinder bei, u.a. sprachlich, sozial, kognitiv, emotional und motorisch. Es sensibilisiert, fördert die Konzentration sowie Kreativität und stillt Neugier und Entdeckungslust. Die Grundhaltung der gegenseitigen Wertschätzung und Achtung bildet die Basis für das Zusammenspiel und die individuelle musikalische Entwicklung innerhalb der Gruppe.

Neurologische Untersuchungen bestätigten, dass Musik die Leistungsfähigkeit des Gehirns mehr beeinflussen kann, als andere geistige Tätigkeiten. Beim Musizieren und Singen von Liedern mit gleichzeitig ausgeführten Bewegungen werden beide Gehirnhälften angesprochen und schaffen Verbindung untereinander. Komplexe Leistungen kann der Mensch nur dann ausführen, wenn der Austausch zwischen den beiden Gehirnhälften gut funktioniert.

"Hören und Singen, Bewegung und Rhythmus, den eigenen Körper spüren und ein Instrument spielen: Musikalische Erziehung ist immer ganzheitliche Förderung. Kinder entwickeln dabei Fähigkeiten, die weit über den musikalischen Rahmen hinausgehen, zum Beispiel sprachliche, mathematische und räumliche Kompetenzen. Musik fördert zudem die Kreativität, steigert das Wohlbefinden und hat ausgleichende Wirkung..."

zum Nachlesen:

D. Kreusch-Jacob "Jedes Kind braucht Musik. Ein Praxis- und Ideenbuch zur ganzheitlichen Förderung in Kindergarten und Familie", Kösel Verlag

 

Die einzelnen Aktionsphasen im Unterricht sind bei meiner Stundenplanung abwechslungsreich verteilt, sodass die Aufmerksamkeitspanne der Kinder nicht überstrapaziert wird. Somit erfolgen in meinen Stunden die Phasen zur Sensibilisierung immer abwechselnd mit Erkunden, Spielen, Bewegen, Musizieren usw.

Aktionsbereiche

Stundenvorbereitung

Meine Arbeit und Vorgehensweise bei einer Stundenplanung orientiert sich im Wesentlichen nach einem Muster des Musizierkonzepts nach Dr. Ruth Schneidewind.*

Ein (aussermusikalisches) Thema wird gefunden und dazu wird die musikalische Kernidee festgelegt, die sich dann spezifisch auf musikalische Ziele bezieht, die den Unterricht betreffen. Die vorbereitete Stundenplanung bleibt dennoch immer flexibel und der Prozess der Entstehung, die Gestaltung und die Gruppendynamik während des Unterrichts haben entscheidende Priorität.

* Ruth Schneidewind: "Die Wirklichkeit des Elementaren Musizierens", Herausgeber : Reichert, L.; "Die Praxis des Elementaren Musizierens: Anleitung für das Musizieren mit Gruppen", Helbling Verlag

Ausprobieren, lauschen, genießen...

...dabei Neugier stillen und Klänge entdecken 

Kalimba
Flex-a-tone
Klangfrosch
Rührtrommel
Ocean drum

Bewegung wird im EM-Unterricht stets großgeschrieben...

...weil sich die Kinder so gern zur Musik bewegen, sei es Laufen, Tanzen oder Hüpfen

Der Spiel- und Spaßfaktor darf nicht fehlen...

...seien es z.B. kreative Spiele, Rätseln oder in andere Rollen-Schlüpfen

Was mir beim Unterrichten wichtig ist

Bei Schulkindern

Die Schulkinder sind in ihrem schulischen Alltag meist sehr gefordert. Die Leistung spielt eine Rolle, das Ergebnis ist von Wichtigkeit und ein Lernstoff wird meistens vorgegeben.

Das elementare Musizieren mit den Kindern sehe ich hier als wichtiger Ausgleich und unabdingbare Abwechslung, indem die Kinder selbst etwas kreieren und wo der Leistungsdruck entfällt. Wo sie ihre Kreativität entfalten und freier gestalten können. Wichtig ist mir auch, dass sie die Verantwortung übernehmen, dass sie eine Aufgabe selbständig kreieren, und dabei immer wissen, dass bei EM nichts falsch gemacht werden kann.

Bei Kindergarten-Kindern

Auch die gleiche Übergabe der Verantwortung an die jüngeren Kinder stellt eine wichtige Aufgabe dar. Dies trägt enorm zu ihrer sozialen Entwicklung bei. In Verbindung mit Musik und Musizieren gelingt das oft viel besser als mit vielen Worten.

Ich freue mich stets, wenn mich die Kinder lieb begrüßen, gar umarmen und mir von ihrem Alltag oder Erlebten erzählen oder mir ihre Zeichnung/Kuscheltier etc., zeigen. Das bezeugt eine Bindung, die sich zu mir durch meine Stunden mit ihnen entwickelt hat.

Ganz wichtig ist auch: eine BEziehung statt ERziehung steht im Vordergrund. Denn die Entwicklung passiert sowieso automatisch, wenn eine (gute) Beziehung vorhanden ist.

Bei Krippenkindern

ist es unglaublich schön zu sehen, wie die Kleinkinder auf die Musik reagieren. Wie sie sich gleich dazu bewegen und verhalten. Es ist schön, bereits in so zartem Alter den Kindern Musik näherzubringen, sie ihnen vertraut zu machen. Es ist wichtig, sie genau zu beobachten, sie zu ermutigen, mit viel Feingefühl auf sie zuzugehen, weil sie oft noch nicht sprechen um sich mitteilen zu können, wie es ihnen gerade bei einer musikalischen Sache geht.